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Unknown Waters – part 10.7
by cara_la_mia (cara_la_mia)
at 8. November 2009 (22:11)

Für diese Woche ist das nun der letzte Teil. Der Schluss von Kapitel 10 folgt dann nächste Woche. :)

Title: Unknown Waters             
Part: 10.7/?    
Pairing: Tom/Fady    
Rating: NC-17               
Language: German    
Summary: “You let me dive in unknown waters, I close my eyes, I learn to see...”  
Disclaimer: Thomas und Fady gehören nur sich selbst; ich habe keine Ahnung von ihrem Liebesleben und möchte mit meiner Story auch niemandem zu nahe treten. Wie jedem, der die Medien verfolgt, sicher sofort auffällt, handelt es sich hier um ein Alternate Universe, in dem meine Fantasie gern lange Spaziergänge unternimmt.

Und zuletzt: vielen lieben Dank an bm_shipper, meine geduldige Beta-Leserin, die mir geholfen und mich ermutigt hat. :)

Unknown Waters

Um Thomas’ Magen rum sammelte sich ’ne diffuse Unruhe, sein Herz pochte ihm immer noch bis in den Hals. Klar denken war eh nicht drin, nur fühlte er sich grad so verdammt abgeschnitten von Fady. Und irgendwie auch von sich selbst, als wär eben noch alles eins gewesen, so bruchlos und traumhaft wie für die Ewigkeit. Obwohl’s alles in allem bestimmt nur ’n paar Minuten gedauert hatte.

“Fady...” Mehr als ein heiseres Flüstern wurde nicht draus, aber als er sich ’n Stück zur Seite schieben wollte, packte Fady seine Schulter so fest, dass Thomas sofort stillhielt. “Was is’ denn?”

Ein geborstener Ton kam aus Fadys Kehle, der viel zu sehr nach ’nem Schluchzen klang. Den Druck dahinter konnte Thomas jedenfalls an seinen Rippen spüren, als Fady einmal scharf einatmete und nicht wieder aus. Mit ’ner plötzlichen Beklemmung legte sich die Stille Thomas auf die Brust. Aber bevor er noch mal nachfragen konnte, brachte Fady dann doch ’n paar Worte raus, obwohl er im ersten Moment kaum zu verstehen war.

“Ich... wollte doch nicht –” Seine Stimme schwankte. “Mir ist noch nie – aber das war... ich bin so –”

Durcheinander, dachte Thomas. Nicht nur du. “Jetzt wart mal eben,” murmelte er und rollte sich auf die Seite, damit er ihn richtig in die Arme nehmen konnte. “Das war grad alles... ziemlich viel.”

Als Fady das Gesicht in seine Halsbeuge drückte, rann es Thomas kühl und feucht über die Haut. “Aber ich konnte – wirklich... das tut mir leid,” stammelte er, “nur ich konnte gar nicht mehr mich zurückhalten!”

“Na und?” Aus voller Brust atmete Thomas auf. Ohne Fady loszulassen stützte er sich auf und griff über seine Schulter weg zum Nachttisch. Bekam schließlich auch die Strippe zu fassen, mit der sich die altmodische kleine Lampe anschalten ließ. Er musste Fady jetzt unbedingt ins Gesicht sehen. “Warum... sollte dir das denn leid tun?” Ein gelber Lichtkegel fiel über Fadys Schultern und das zerknautschte Kissen.

“Weil –” Fady kniff kurz die Augen zusammen und wischte sich hastig eine Träne aus dem Augenwinkel, als Thomas sich wieder neben ihn sinken ließ. “Ich habe so lange geträumt von diese Moment und das – das sollte doch... für uns beide sein.”

“War’s doch auch.” Thomas strich ihm ’ne verschwitzte Strähne von der Schläfe weg. “Und wenn’s dann so schön is’, dass man nicht mehr aufhören kann...” So wie Fady ihn jetzt ansah, lag er damit genau richtig. “Also, wenn du von mir enttäuscht wärst, hätt ich ’n echtes Problem, aber –”

“Nein!” Genauso vehement schlossen sich Fadys Finger um seinen Oberarm. “Doch nicht von dir!”

“Und ich bin mit Sicherheit auch nicht enttäuscht von dir,” sagte Thomas leise. Streichelte sacht über Fadys Gesicht, wo sich grad soviel gelöst hatte, dass sein Herzschlag schon wieder aus dem Ruder lief. Wahrscheinlich war Fady grad nach Lachen und Heulen zugleich, und letztlich ging’s ihm ganz ähnlich. Als wär jedes Gefühl in der letzten halben Stunde einmal total umgekrempelt und durcheinandergeschüttelt worden. “Fady, das war einfach – ich hätt mir das nie so vorstellen können... aber wenn ich’s vorher gewusst hätte, hätt ich dich bestimmt nicht so lang warten lassen.”

Alles, was da bei ihm in Gang gekommen war, vibrierte ihm hellwach durch die Nerven. Als ob er Fady noch überall spüren konnte, genauso nah wie eben.

“Wirklich?” Mit einem wackligen Lächeln sah ihm Fady in die Augen. Dabei wirkte er so überwältigt und aufgeregt, als hätte er noch nie was vergleichbares erlebt. “Ich hatte – ich wollte nur... alles richtig machen.”

“Hast du doch auch.” Thomas schob eine Hand an seinem Rückgrat nach unten und zog ihn dichter an sich. Damit Fady ihm endlich glaubte und weil’s ihn selber immer noch nach maximalem Körperkontakt drängte. “Richtiger geht’s gar nicht...”

An ihn gedrückt verteilte Fady flattrige Küsse über seinen Hals und seine Schulter. Allerdings war da auch noch ’n unterschwelliges Zittern zu spüren – ’ne letzte Spur von dem ungeheuren Stress, unter den er sich selbst gesetzt hatte. Wurde allerhöchste Zeit, das irgendwie zum Verschwinden zu bringen.

“Also... dafür, dass ich grad entjungfert worden bin –” Thomas grinste. Wenn man das so aussprach, hörte’s sich schon reichlich absurd an. “– fühl ich mich echt ziemlich gut. Da sollteste eigentlich zufrieden mit dir sein.”

Fady schnappte hörbar nach Luft. Als er den Kopf wieder hob, zeigte sich ’ne sanfte Röte in seinem Gesicht. “Ich bin wirklich... so eine Idiot!”

“Nee, nur ziemlich durch’n Wind.” Thomas ließ die Finger durch seine zerstrubbelten Haare gleiten und atmete lang aus. “Und da bist du auch nicht der Einzige.” Mittlerweile war ihm so leicht zumute, dass es ihm fast zu Kopf stieg. Dieses Gefühl totaler Befreiung – für alles und jedes – war schlichtweg atemberaubend. “Aber... weißte was?” Er lehnte sich vor, um Fady den Rest ins Ohr zu flüstern: “Ich könnt trotzdem noch mehr vertragen...”

Fady schluckte. “Das... meinst du in Ernst?”

“Mhmm.” Thomas streckte sich ein bisschen, um ’ne leichte Reibung zwischen seinen Hüften und Fadys Oberschenkeln zu erzeugen. Und allein davon breitete sich ein sanftes Kribbeln an seiner Haut aus. “Oder haste etwa geglaubt, ich krieg so schnell genug?”

“Ich... weiß nicht,” nuschelte Fady. “Besser du fragst mich gar nicht, weil ich bin... so konfus jetzt.”

“Macht auch nix.” Thomas senkte den Kopf und küsste ihn leicht auf die Lippen. “Glaub mir einfach... schließlich weiß ich jetzt ja, wovon ich rede.”

“Ach, Thomas...” Fady seufzte zittrig auf und ließ den Kopf wieder an seine Schulter sinken. “Das ist alles wirklich... besser als jede Traum.”

“Aber echt.” Thomas schloss die Augen. Konnte genau spüren, wie Fady innerlich losließ und die letzte Anspannung von ihm abfiel. Einfach so, wie weggewischt. Das war wie ’ne Atempause von allem, was in den letzten Monaten über sie hereingebrochen war und ’n dauernden Druck erzeugt hatte – und wie dringend sie beide so’n Ruhepunkt gebraucht hatten, merkte Thomas jetzt umso deutlicher. Alles Weitere konnte warten.

’Ne ganze Weile lagen sie nur eng umschlungen da. Wobei’s sich anfühlte, als wär Zeit zu ’ner reinen Nebensache geworden, die sich fernab irgendwo abspielte. Während sie in dieser grenzenlosen Stille abtauchten, die für alles offen war und nach gar nichts drängte. So müsste das immer sein, dachte Thomas unwillkürlich, aber dieser Gedanke wurde gleich vom nächsten überholt. Jetzt ist immer. Entweder war das benebelter Unsinn oder höhere Logik.

Er lächelte in sich hinein. Obwohl Fady das gar nicht sehen konnte, löste er die Hand von Thomas’ Nacken und ließ sie langsam über seinen Rücken streifen. Genauso versonnen glitten seine Finger an Thomas’ Rippen entlang. Jede Bewegung war eins mit ’nem ruhigen Atemrhythmus, aber trotzdem kräuselte sich Thomas dabei ’ne untergründige Erwartung durch die Nervenenden. Ganz von selbst kam ein leiser Summton aus seiner Kehle. Diese leichten Berührungen nahmen ihn völlig gefangen – als würden Fadys Hände was bloßlegen, das er selbst noch nicht richtig kannte. Und er war dermaßen konzentriert aufs reine Fühlen, dass er erstmal nur reglos dalag.

Bis Fady ein Stück nach oben rutschte, um ihn anzusehen. “Ich glaube... ich kann jetzt gar nicht mehr aufhören. Ich muss immer dich anfassen.”

“Wer sagt’n was von aufhören?” murmelte Thomas. Dieses dunkle Glänzen in Fadys Augen stellte was verrücktes mit seinem Puls an, und prompt rauschte in seinem Kopf alles haltlos durcheinander. “Was hab ich eigentlich... die ganze Zeit gedacht?” Schwachsinnige Frage. Etwas verlegen versuchte er’s noch mal. “Ich mein, warum hab ich bloß so lang dafür gebraucht?”

Fady zuckte leicht mit den Schultern. “Lang oder kurz, das macht doch kein Unterschied... ich habe nur einfach gehofft, irgendwann das kommt von alleine... ganz von dir.”

“Naja, nicht nur,” nuschelte Thomas, weil sich grad wieder ’n Kloß in seinem Hals bilden wollte. “Ohne dich hätt ich doch nie begriffen –” Aber letztlich war das viel zu grundlegend für ’ne Handvoll dürrer Worte. Gerade jetzt. “Alles eben.”

“Alles!” Fady lachte leise und schüttelte den Kopf.

“Doch.” Das wusste er selbst nun mal besser. “Zum Beispiel, dass man sich... alles wünschen kann.” Noch während er das aussprach, strich Fady mit den Fingerkuppen an seiner Brust nach oben und lenkte ihn schon wieder ab. “Aber ehrlich gesagt...” Thomas atmete tief ein und aus. “...ich glaub ich bin jetzt nich’ so... in der Verfassung für ’ne vernünftige Unterhaltung.”

“Sondern?”

In Fadys Augen glitzerte ’ne unverhüllte Erwartung, und die passende Antwort darauf zu finden war eh viel einfacher. Thomas brauchte sich nur ein paar Zentimeter vorzulehnen, um ihn zu küssen, und Fady kam ihm gleich so impulsiv entgegen, als wär das längst überfällig gewesen.

“Dafür,” murmelte Thomas in den Kuss hinein, dann glitt seine Zunge über Fadys geöffnete Lippen, hinter seine Zähne – womit sich jeder sachdienliche Gedanke auch erledigt hatte. Das war wie ’ne sanfte Landung und Abheben zugleich und flimmerte ihm schwerelos durch sämtliche Nerven. Fadys Mund an seinem und ’ne Verbindung so elementar wie der nächste Atemzug. Dass sich ein einziger Kuss schon derart intensiv anfühlen würde, hatte er trotz allem nicht erwartet – aber so wie Fady sich jetzt an ihn drängte, zog Thomas ein unbändiges Prickeln durch den ganzen Körper und strömte in rasantem Tempo an einem einzigen Punkt zusammen. Schon wieder.

Er schlang seinen Arm etwas fester um Fadys Brustkorb, stützte sich auf, um ihn ganz ins Kissen zu drücken. Und je mehr sich dieser Kuss vertiefte, desto schummriger wurd’s ihm dabei. Bis er völlig außer Atem war. “Oh Mann...”

Mit ’nem leicht verschleierten Blick blinzelte Fady zu ihm hoch. “Mmm, das klingt schon gut...”

“Wart’s nur ab.” Mit der freien Hand umfasste Thomas sein Gesicht, ließ sich blindlings in den nächsten Kuss reinsinken. Was eigentlich in ihn gefahren war, begriff er selbst noch nicht ganz. Fadys Hände glitten über seine Haut, und dabei kreiselten ihm die Zündfunken so ungeduldig durch den Bauch, dass er sekundenschnell wieder hart wurde und sein Herz auf Hochtouren arbeitete. Aber schließlich gab’s nun auch nichts mehr, was von innen raus bremste und sich querstellte. Und wenn sowas endlich wegfiel, war’s ja vielleicht normal, dass erstmal alles mit einem durchging.

“Wow...” flüsterte Fady, als Thomas seinen Mund vorübergehend freigab. “Wenn du so schon anfängst... ich muss gleich... ein Überfall machen auf dich.”

“Lass dich bloß nicht abhalten.” Thomas senkte den Kopf und ließ seine Zunge über eine empfindliche Stelle unter Fadys Ohr streifen. Hatte sich mittlerweile so weit über ihn geschoben, dass sich seine Erektion an Fadys Oberschenkel rieb. “Aber wenn du dich erst noch ’n bisschen erholen musst...”

Fadys Lachen ging in einem abgerissen Atemzug unter. “Ich bin schon... total erholt, das kannst du mal glauben!”

Wobei Thomas das auch so einwandfrei spüren konnte. Und als Fady seine Hüfte packte, um ihn enger an sich zu ziehen, tat sich ’ne glasklare Spannungskurve auf. Vertraut und unmissverständlich wie ’ne Taktvorgabe vom Schlagzeug – dieses Rhythmusgefühl, das in jede Bewegung drängte und sich mit traumhafter Sicherheit zwischen ihnen einstellte. Bloß lag dahinter noch was ganz anderes, ’ne viel tiefere Spannung, die immer mehr um sich griff. Als würde jedes Gefühl in dieser uferlosen Sehnsucht aufgehen, die einfach nach mehr verlangte – mehr von allem. Und zwar jetzt.

Er griff nach Fadys Schultern und rollte sich mit ihm herum, bis Fady über ihm lag. Streckte den Rücken durch, um die Reibung noch mal zu steigern. Schon dieser knappe Auftakt dehnte sich ihm heiß durch alle Glieder. Auf direktem Kurs fuhren seine Hände an Fadys Rücken nach unten, wo mittlerweile jeder Muskel unter Hochdruck stand, und als er seinen Hintern umfasste, war schon die nächste Zündstufe erreicht. Fady keuchte abrupt, und Thomas musste selbst kurz nach Luft schnappen.

“Wie wär’s denn jetzt... mit ’ner Fortsetzung?”

“Du – du meinst –?” Immerhin war er nicht der Einzige, der kaum mehr einen klaren Gedanken zusammenbekam. Fady leckte sich über die Unterlippe. “Willst du wirklich... noch mal?”

“Mhmm.” Thomas ließ die Finger zwischen seine Oberschenkel gleiten und wieder nach oben, konnte deutlich ein leichtes Zittern fühlen. Die reine Anspannung – und die verstärkte sich noch mal, als er gezielt das Becken hochdrückte. Aber so ganz hatte er Fady wohl trotzdem nicht überzeugt, dafür war sein Blick noch zu abwartend. Zu wachsam. “Komm, beim ersten Mal kriegt man vor lauter Aufregung... gar nicht alles mit. Außerdem...” Thomas zögerte, aber dann sprach er’s doch aus. “...isses ja auch ’n bisschen schnell gegangen vorhin.”

“Viel schneller als ich wollte!” Etwas verlegen lächelte Fady noch, aber inzwischen war das offenbar kein wunder Punkt mehr. Er legte eine Hand um Thomas’ Gesicht. “Aber –”

“Fängste jetzt schon wieder mit aber an?” Thomas hob den Kopf, um ihn mit einem Kuss davon abzubringen. “Oder hast du etwa schon genug?”

Anstelle einer Antwort bekam er genau das, was er mit allen Mitteln herausgefordert hatte. Fady küsste ihn ungestüm und stieß die Hüften dabei so heftig vor, dass Thomas zwangsläufig aufstöhnte. Wenn das so weiterging, würde er diesmal derjenige sein, bei dem’s zu früh kein Halten mehr gab.

“Was ich sagen wollte mit mein aber...” Fady löste sich nur knapp von ihm, seine Lippen streiften über Thomas’ Gesicht bis zu seinem Ohr. “Diese Mal, ich werde schon aufpassen, dass du auch wirklich... ganz das erleben kannst.”

“Ich glaub da brauchste nicht extra drauf achten,” brachte Thomas keuchend raus.

“Ich will aber,” flüsterte ihm Fady ins Ohr. Genauso sanft streichelten seine Finger über Thomas’ Schulter, als er sich wieder zur Seite rutschen ließ. “Du weißt gar nicht wie sehr.”

In seiner Tonfall lag soviel Gefühl, dass Thomas ein vereinzelter Herzschlag gegen die Rippen sprang. Er hielt die Augen geschlossen, während Fadys Hand von seinem Knie aufwärts glitt und sich sacht zwischen seine Beine schob. Nur sehr langsam tastete er sich schließlich mit den Fingerspitzen vor. “Ist das auch nicht – tut dir da nichts –?”

“Nee, nix passiert,” unterbrach ihn Thomas und gab sich alle Mühe, ruhig auszuatmen. Schon diese leichte Berührung brachte ein ruheloses Kribbeln in Gang, da wurde ’ne elektrisierende Erinnerung sofort hellwach. “Außer ich krieg davon... Muskelkater oder sowas.”

Fady lachte und ließ den Kopf an seine Brust sinken. Ganz erhitzt fühlte sich sein Gesicht jetzt an, als ob er grad ziemlich rot geworden wäre. “Na, wahrscheinlich... du wirst morgen doch was merken.”

“Werd ich schon verkraften.” Allerdings wollte Thomas jetzt keinen Gedankenbruchteil auf morgen verschwenden. Was sie hier hatten, war wie ’ne Insel außerhalb der Zeit und jeder Moment wartete nur drauf, einfach aufzubrechen und loszusegeln.

Fady streckte einen Arm zur Seite und griff nach der Gleitcreme, die noch offen auf dem Nachttisch lag, seit die Verschlusskappe vor ’ner Weile ins Dunkel weggekullert war. Mit einer leichten Drehung rückte er wieder eng an Thomas’ Seite – ganz sicher und entspannt, überhaupt kein Vergleich mit seiner Mordsnervosität vorhin. Thomas ließ die Augen zufallen und strich ihm über den Rücken. Direkt unter Fadys Schulterblatt war ’n unruhiger Herzschlag zu spüren.

Sein eigener holte allerdings schnellstens auf, weil Fady ihn erst so leicht und zärtlich berührte, als müsste er noch um irgendwas bitten, und ihm schon im nächsten Moment ein heißer Spannungsschub durch den Körper drang. So rasch, dass Thomas nur mit Verzögerung klar wurde, wie mühelos das jetzt ging, Fadys Finger in sich spürte und den sanften Druck, der gleich den nächsten Hitzewirbel auslöste. Wie im Sturzflug verengte sich alles auf einen einzigen Punkt, wo Anspannung und Erleichterung so dicht beieinander lagen, dass eins fast im anderen verschwamm. Genauso sprunghaft stieg auch dieses Gefühl totaler Offenheit. Jede sachte, rhythmische Bewegung brachte ihn Fady nur noch näher, und jeder Atemzug holte einen schwankenden Ton aus seiner Brust.

Bestimmt war soviel Vorsicht jetzt gar nicht mehr nötig, aber obwohl Thomas sich ihm entgegendrückte, blieb Fady hartnäckig bei seinem behutsamen Tempo. Vernünftig war das ja sicher, bloß ahnte er anscheinend nicht, dass jede Berührung dadurch ’ne umso intensivere Wirkung hatte. Thomas holte keuchend Luft.

“Mach mal lieber nicht... zu lange.” Ruhelos streiften seine Finger durch Fadys Haare. “Is’ doch nicht nötig... oder?” Fühlte sich jedenfalls überhaupt nicht danach an, als wollte da noch irgendein Muskel Widerstand leisten.

“Nein, nicht viel...” Fady beugte sich über ihn und ließ seine Zunge um Thomas’ Brustwarze kreisen. Heiß und kribblig feucht an seiner Haut – aber als Fadys Hand den stetigen Rhythmus wieder aufnahm, fing sich gleich der nächste Lichtblitz unter Thomas’ Bauchdecke.

“Fady...” Vor lauter innerem Druck klang seine Stimme schon richtig heiser.

“Mhmm...” Fadys Lippen umschlossen seine Brustwarze mit ’nem leisen Summton, den Thomas bis unter die Rippen fühlen konnte. Zwischen Fadys Mund und seiner Hand dehnte sich ’ne heiße Funkenspur, der sein Puls kaum noch folgen konnte.

“Komm...” Das war mehr ein Stöhnen als sonstwas. Mit zittrigen Händen schob ihn Thomas ein Stückchen von sich weg. “...das reicht schon... kannste mir glauben.”

Wortlos sah ihm Fady in die Augen und lehnte sich gleich darauf in einen stürmischen Kuss. Mit beiden Armen hielt Thomas ihn fest, weil ihm die Sehnsucht grad mit ’ner heißen Welle durch die Brust strömte. Jetzt gab’s nur noch eins. Mit Fady zusammen was zu entdecken, wovon er vorhin ja nur den ersten Anflug erlebt hatte.

Mit einem tiefen Seufzen löste sich Fady schließlich von ihm und setzte sich auf, um wieder nach der Tube zu greifen.

Weil ihm so gar nicht nach loslassen und unterbrechen war, nicht mal für zehn Sekunden, streichelte Thomas über seine Hüfte. “Kann ich nicht –?”

“Nicht jetzt!” Über die Schulter warf ihm Fady ein flattriges Lächeln zu, und mit den letzten Vorbereitungen wurde er auch im Rekordtempo fertig. Als er sich wieder zu Thomas umdrehte, zeichnete der Lichtschein der Nachttischlampe flüchtige Linien über seinen Körper. ’N atemberaubender Anblick war das, wie sich dieser Schimmer an seiner Haut von den Schatten abhob, so lebendig und unwiderstehlich wie Fady selbst. “So, also jetzt bist du –”

“Fällig?” Nur knapp bekam Thomas das noch raus, denn da war Fady schon über ihm.

“Ja, sowas... in diese Art,” murmelte er atemlos. Aber gleichzeitig lag ’n derartiges Strahlen in seinem Blick, dass Thomas gar nicht dran denken konnte, die Augen zu schließen. Das war’s schließlich, was er sich in den letzten Monaten am meisten gewünscht hatte, manchmal schon auf der Kippe zur Verzweiflung. Fady so zu erleben – vollkommen frei und unbefangen glücklich – und in ’nem einzigen Moment zu spüren, wie sich alles aufsprengte, was mal wie Betonmauern zwischen ihnen gestanden hatte. Und genauso sprengten seine Gefühle grad total den Rahmen.

“Thomas...” Fady hauchte ihm einen Kuss auf den Mund, als wär die leichteste Berührung jetzt schon zuviel.

Thomas schlang eine Hand um seinen Nacken, um ihn genau da zu halten, wo sich ihre Lippen fast berührten. War vielleicht nicht der passendste Zeitpunkt, aber trotzdem drängte es ihn plötzlich danach, wenigstens ’n Teil von all dem auszusprechen, was ihm grad durch den Kopf wirbelte. “Ich glaub... du hast gar keine Ahnung, wie sehr ich das will...” Rein körperlich gab’s da bestimmt keinen Zweifel, nur war das eben viel umfassender. “Dich. So wie jetzt.”

“Doch...” Fadys Stimme hatte diesen rauchigen, leicht belegten Klang, von dem Thomas gleich ’ne Gänsehaut bekam. “Ein Teil... schon ich kann das fühlen. Und das ist –” Fady schüttelte den Kopf und umklammerte nur seine Schulter. “Aber zeig mir das... ganz.”

Wieviel ihm das bedeutete, war für Thomas genauso direkt spürbar wie das ungeduldige Stakkato unter seinen eigenen Rippen. “Dann komm her.”

So nah wie’s nur ging. Und da war’s auch völlig egal, dass ihm die schiere Aufregung erstmal wieder den Atem abdrückte und Fadys Hände leicht zitterten, weil er völlig drauf konzentriert war, trotz allem bloß vorsichtig zu sein. Dass es auch diesmal nicht ganz ohne Fummelei und Druck und ’n Aufblitzen von Schmerz ablief, weil der ein oder andere Muskel noch nicht richtig dran gewöhnt war. Scheißegal. Thomas ließ die Augen zufallen, weil er ohne weiteres drauf vertrauen konnte, dass sie diesen letzten Widerstand auch überwinden würden. Und nochmal ganz bewusst zu erleben, wie der sich allmählich verflüchtigte, gehörte absolut dazu. Genauso wie Fadys gepresster Atem, während er sich ansonsten eisern im Griff hatte und nur ganz sachte vorwärtsschob.

Im Reflex klammerte sich Thomas an seinen Armen fest, ließ den knappen Schmerzlaut raus, den er vorhin noch mehr oder weniger runtergeschluckt hatte, und im selben Atemzug löste sich schon was, sodass er Fady instinktiv entgegenkam. Mitten raus aus diesem Durcheinander von Anspannung, Herzklopfen und wirren Impulsen, die exakt zwischen schmerzhaft und erregend lagen, um dann zu spüren, wie Fady etwas tiefer eindrang und ein Schauer durch seinen ganzen Körper lief. Mit beiden Armen zog Thomas ihn an sich und bekam nur noch am Rande mit, dass er selbst so flach atmete, als gäb’s nicht mehr genug Sauerstoff im Raum. Wie rau Fady seinen Namen flüsterte. Weil sich alles drauf konzentrierte, ihn in sich aufzunehmen – und dann den Punkt rauszuspüren, an dem dieser ungewohnte Druck plötzlich nachgab. Wo jede Anstrengung vorbei war und sich wie mit ’nem kräftigen Wellenschlag löste.

Thomas ließ den Kopf zurückfallen, stöhnte befreit auf, denn jetzt war das wie’n einziger Sog, der sie beide gemeinsam erfasste und über jede Barriere raustrug. Fady lag in seinen Armen, an ihn gepresst und genauso aufgelöst wie er selber. An Thomas’ Schulter staute sich sein erhitzter Atem.

“Fady...” Nur mit Mühe brachte Thomas das raus. “Merkst du’s jetzt?”

Erst kam bloß ein abgebrochener Ton aus Fadys Kehle, aber dass es auf ein rückhaltloses ja rauslief, wusste Thomas schon bevor Fady ihn ansah. “Alles... Thomas... ich fühle das so –”

Statt weiterzusprechen, senkte Fady den Kopf, um ihn zu küssen. Drängte sich dabei wieder vorwärts, und diese instinktive Bewegung durchfuhr Thomas wie mit hundert Volt. Dieses Wahnsinnskribbeln in seinem ganzen Körper verlangte jetzt dringend nach ’ner Richtung. Während Fadys Zunge tief in seinen Mund glitt, dehnte er den Rücken, zog seine Knie etwas weiter an. Und daraus wurde schon ein erster Anklang von Rhythmus, der Thomas mit ’nem unwiderstehlichen Ziehen glatt durchs Becken ging. Unwillkürlich spannten sich seine Muskeln. Fadys Lippen lösten sich mit einem heiseren Laut von seinen.

“Langsam, bitte... ich möchte –” Fady griff wieder nach seiner Schulter und musste sich wohl selber erstmal fangen. “– ganz bei dir sein.”

“Bist du doch schon,” flüsterte Thomas.

“Aber ich will das... noch länger.” Mit einem knappen Atemzug berührte Fadys Mund seinen eigenen. “Und mehr.”

Und wieviel mehr das noch werden konnte, ahnte Thomas schon im nächsten Moment, als Fady sich kurz von ihm wegschob und mit etwas mehr Druck gleich wieder vor. Die leichteste Bewegung verstärkte sich innerlich mit ’ner derartigen Hochspannung, dass es Thomas wie’n Achterbahnschlingern durch den Körper fuhr und ihm ein abruptes Stöhnen aus der Kehle trieb. Das hatte kaum noch Ähnlichkeit mit irgendwelchen früheren Erfahrungen – überhaupt lief da soviel gleichzeitig ab, dass er sich im Moment nur benommen an Fady klammern konnte, während ihn seine eigenen Reaktionen mit Lichtgeschwindigkeit überholten.

Mit beiden Händen umfasste Fady seine Schultern, zog sich sacht etwas zurück, um genauso kontrolliert wieder vorzudringen. Dieses langsame Vor und Zurück ging Thomas bis ins Zwerchfell, lockerte seine verkrampften Rückenmuskeln, und aus dem wirren Flackern, das ihm kreuz und quer durch die Nerven zuckte, wurde allmählich ’ne klare Strömung. Fadys Tempo war genau richtig, steuerte ihn sanft und bestimmt dahin, wo alles hell und gradlinig war. Vorsichtig ließ Thomas die Luft aus den Lungen. Körperlich hatte das was von ’nem Drahtseilakt, als könnt’ er jeden Augenblick ins Bodenlose abstürzen. Weil er ja letztlich keine Ahnung hatte, was da noch mit ihm passieren würde.

Er löste die Hände von Fadys Armen, strich über seinen Rücken und seine Seiten und gab sich selber die Zeit, das alles mal nacheinander zu erfassen. Die Gänsehaut an Fadys Rippen genauso wie die aufgeheizte Reibung, die sich von innen nach außen fortsetzte und ihm elektrisch über die Haut flog. Wie sich zwischen seinem Mund und Fadys immer schneller der Atem löste – und was für’n Wahnsinnsgefühl das war, ihn zu küssen und gleichzeitig so tief in sich zu spüren. Dabei entstand aus der Mitte raus ’ne gemeinsame Schwingung – wie nachmittags beim Fliegen – die sich noch viel weiter ausdehnen konnte, in alle Höhen und Tiefen. Und Thomas brauchte jetzt einfach ’ne Bewegung. Im Ausatmen schob er das Becken vor, spürte im selben Moment, wie Fady diesen Impuls aufnahm. Und daraus entspann sich ’n gedrängter Rhythmus, der sie aufeinander einstimmte. Der zwischen Anspannung und Lockerung ’ne sichere Linie vorgab und irgendwie beides in der Schwebe hielt.

Aber dann stützte Fady sich hoch und verlagerte sein Gewicht etwas zur Seite. Als er die Hüften wieder vorstieß, durchzuckte es Thomas mit ’ner solchen Wucht, als wär grad ein Schleier weggerissen worden, der vorher alles irgendwie abgeschwächt hatte. Aber jetzt überflutete es ihn von innen raus, unvergleichlich und explosiv. Keuchend lag er da und brauchte noch ’n Moment, bis er wieder einigermaßen klar sah.

“Thomas...” In Fadys Stimme schwang ein unheimlicher Druck mit. “Du – du musst mir sagen, wenn –” Während er noch nach Worten suchte, tasteten sich seine Finger zu Thomas’ Gesicht vor, streichelten unsicher über seine Wange. “Ist das... zuviel?”

Ansatzweise brachte Thomas ein Kopfschütteln zustande. “Das is’ nur... alles so – so –”

Unberechenbar, nicht mehr zu kontrollieren. Überwältigend. Er holte nochmal Luft, bis sich diese plötzliche Unruhe wieder etwas setzte. Mit dreißig war man halt nicht mehr drauf eingestellt, noch so ’ne komplett neue Erfahrung zu machen. Und diese totale Nähe hatte schon was schockierendes. Vielleicht hatte er ja auch deswegen so lang gebraucht, sich drauf einzulassen. Ohne zu wissen, was das bei ihm selber auslösen würde. Aber er musste Fady jetzt nur ansehen, dann hatten sich alle Fragen restlos erledigt.

“Kann gar nicht zuviel sein,” flüsterte er.   

Wie von selbst glitten seine Hände über Fadys Brust – irgendwie übertrug sich das Glitzern an seiner feuchten Haut mit ’nem Kribbeln in seine eigenen Fingerspitzen. Fadys Herz klopfte wie wild. Vertrau mir. Thomas ließ die Augen zufallen. Atemberaubend einfach war das jetzt, sich Fady mit allem auszuliefern, was so chaotisch in ihm durcheinanderwirbelte, dass er’s selbst kaum begriff. Drauf zu vertrauen, dass es so’n unglaublichen Höhenflug ganz ohne Absturz geben konnte. ’N echten Durchbruch zur Freiheit, den sie sich beide gewünscht hatten.

Er schloss die Arme um Fadys Brustkorb, drückte die geöffneten Lippen an seine Kehle, wo sich ein dünner Schweißfaden nach unten schlängelte. Als er die Hüften wieder nach oben presste, stöhnten sie beide auf, und diese Bewegung war wie’n plötzlicher Aufwind, voll ungebremster Erwartung. Instinktiv ließ sich Thomas davon treiben – aber bestimmt war’s auch der beste Weg, Fady zu zeigen, dass er seine Selbstbeherrschung jetzt endlich aufgeben konnte. Ohne was zu riskieren.

Unter seinen Händen löste sich das Zittern in Fadys Muskeln und setzte ’ne unbändige Energie frei, die ihm selber glühend durch den Leib ging. Das heftige Prickeln in seinem Becken war kaum noch auszuhalten, schraubte sich immer weiter hoch, bis zur totalen Überhitzung. Immer wieder – bis an den Punkt, wo sich dieser irrsinnige Druck eigentlich entladen musste. Aber stattdessen war’s wie ’ne endlose Steigerungslinie. Unaufhaltsam wie die atemlosen Töne, die aus Fadys Kehle kamen. Selbst das Brennen in seinen Muskeln heizte das alles noch weiter an und drängte nur nach mehr.

Thomas warf den Kopf zurück, grub die Finger in Fadys Hintern und nahm seinen heftigen Rhythmus mit dem ganzen Körper auf. Bis es ihn mit jeder Bewegung heiß und unwiderstehlich durchdrang. An seiner Haut jagte ein Schauer den anderen. Und er brauchte jetzt –

“Thomas...” Ein ungeformter Laut, Fadys Mund an seinem. Abgerissener Atem zwischen einem wilden Kuss und dem nächsten. Da war endlich alles eins, und er konnte auch nicht länger warten, keine Sekunde mehr.

Fadys Hand glitt an seinem Bauch nach unten. Nur ein Moment noch. Ausgefüllt und bis zum Äußersten gespannt.

Bis ihm ein knapper Hitzestoß den Atem vom Mund wegriss. Thomas bäumte sich auf. So schnell und heftig ging das. Wie durch ’n beengten Tunnel ins Weite gestoßen werden, vor dem sich sein Körper abrupt verkrampfte. Und dann – loslassen. Nur noch Rhythmus und Bewegung, die ihn weit über sich selbst raustrugen.

Kein Ton kam mehr aus seiner Kehle, Fadys Stöhnen war ihm näher als das Hämmern in seiner Brust. Aber als diese harten Druckwellen etwas nachließen, fühlte sich das unglaublich gut an, so losgelöst und befreit wie’n einziger Höhenrausch. Mittendrin konnte er glasklar spüren, wie sich sein eigener Puls um Fady drängte, als sich seine Muskeln im Reflex zusammenzogen. Wie Fadys Stöße schneller und härter wurden, bis die Spannung am tiefsten Punkt endlich nachgab – und ihm selber rollte dabei so’n heißes Nachbeben durch den Leib, dass er besinnungslos aufstöhnte. Erleichtert und vollkommen überwältigt... von allem.

Für ’ne Weile trieb er bloß schwerelos im Nirgendwo dahin. Bis er ’ne Berührung an seiner Schulter spürte. Fadys Lippen. ’N anhaltendes Zittern, das auf ihn übersprang. Oder von ihm selber ausging.

“Fady...” Thomas hörte sich selbst keuchen. Hinter seinen geschlossenen Augenlidern flimmerte es noch ’n bisschen, während Fady schwer atmend auf ihm lag und die Finger in seinen Haaren verkrampft hatte. “Alles... gut?”

Fady brachte außer einem erstickten Ton noch keine Antwort zustande, aber er rollte sich mit ihm zur Seite, ohne loszulassen. Und ihn so im Arm zu halten brachte Thomas allmählich wieder zur Besinnung. Fadys Hand tastete über seinen Nacken, streichelte seinen Rücken und seine Schulter. So unbeholfen sich das anfühlte, sein Atem wurde dabei langsam wieder ruhiger.

“Oh Mann... ich bin... sowas von...” Thomas blinzelte. Was er noch an Orientierungssinn hatte, musste sich wohl erstmal neu justieren – dann konnte er auch dran denken, irgendwas von sich zu geben.

“Ich auch!” Fadys Lächeln kam aus dem Nichts, fassungslos und wunderschön. “Das war so, wie du gesagt hast vorhin... die zweite Mal ist alles richtig.”

“Mhmm,” machte Thomas mit ’nem Stoßseufzer. Richtig konnte man das allerdings kaum nennen. Dafür gab’s noch gar kein Wort. Und seine eigene Stimme klang irgendwie fremd, wie aufgeraut und aus der Übung. “Ich weiß echt nicht, was ich sagen soll... bin nur... komplett von der Rolle.”

Aufmerksam sah ihm Fady in die Augen, aber im nächsten Moment wurde sein Blick wieder ganz weich. “Thomas, du...” Er flüsterte jetzt nur noch, aber dahinter lag ’ne tiefe innere Bewegung, so klar wie sein Herzschlag. “Du bist alles für mich. Weißt du das?”

Und in diesem Augenblick wusste er’s auch. Ohne den Hauch eines Zweifels. Thomas lehnte sich vor, um Fady sanft zu küssen, und hätte beinah sowas gesagt wie: keine Angst. Was bestimmt nicht die passende Antwort war. Und außerdem nicht mehr nötig – nicht bei diesem Leuchten in Fadys Augen.

“Ich weiß noch was,” murmelte Thomas. “Du haust mich immer wieder... total um.”

“Das war aber kein Absicht.” Fady küsste ihn auf die Augenbraue, auf die Schläfe, aufs Ohrläppchen.

“War’s doch...” Thomas grinste und schloss die Augen. “Aber ich wollt mich gar nicht beschweren.” Wenn er nicht so erledigt gewesen wäre, hätte er gelacht. Weil ihm grad so’n ungeheures Glücksgefühl mitten durch die Brust rauschte, das eigentlich nach ’nem Ventil verlangte. Aber ein langer Atemzug tat’s irgendwie auch.

Er ließ den Kopf an Fadys Schulter fallen und dabei kam’s ihm schon so vor, als würd’ er in eine bauschige Wolkendecke reinsinken. Immer tiefer, immer leichter. Und einfach wegschweben. Mit Fady zusammen.

* * *

Comments

Posted by: ((Anonym))
Posted at: 7. März 2011 22:08 (UTC)

ohh was für eine tolle geschichte, einfach nur WOW, kann anders nicht beschreiben :)))) aber das kann doch jetzt nicht schon das ende sein :(( und wie gehts dann weiter?? ich seh schon du hast seit 2009 nichts mehr gepostet, warum???? finde ich sehr sehr schade, ich würde so endlos weiter lesen!!! ne im ernst ich würde unheimlich gerne wissen wie das ganze jetzt endet. wenn du hier nichts mehr postest, wo und wie kann man sonst an deine storys drankommen? fals du hier noch liest, würde mich sehr freuen wenn du wenigstens ein hinweis machtst ok :))
lg :))

Posted by: kana_hagino (kana_hagino)
Posted at: 18. März 2011 21:38 (UTC)

Ah, es war mir schon peinlich 2 Jahre später einen Kommentar zu posten, aber es hat hier doch jemand vor mir gepostet XD
Also dann ich mal auch: Die Geschichte war sehr nett. Hab selten noch Fehler gefunden (kleiner das, dass Fehler zum Beispiel) und es wurde sehr sehr schön beschrieben. Hat mir super gefallen, wie detailliert es war *____*
Super Schreibstil und *hust* heisse Szenen. Gut dass Thomas sich dazu durchringen konnte mal der "passive" zu sein (mir hats auch gefallen)^^" Bevor ich noch perveres werde, hör ich jetzt auf.

Danke für die bis jetzt Beste DSDS FF die ich gelesen habe!
Gruss aus Schweiz.

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